Bibliothek

Unsere Schulbibliothek, gelegen im Erdgeschoss, direkt neben der Aula und von dieser auch durch ein Innenfenster einsehbar, ist sie der Ruhepol im geschäftigen Treiben des Schulalltags. Mit x-Bänden steht SchülerInnen wie LehrerInnen stets offen für Recherche- und Vorbereitung.

Geleitet wird die Bibliothek seit dem Schuljahr 2010/11 in Teamarbeit Prof. Mag. Daniela Kober und Prof. Mag. Adriane Schober. Seit einziger Zeit wirkt nun auch Prof. Mag. Thomas Lang aktiv in der Bibliothek mit. Die Schulbibliothek ist nicht nur ein Hort der Ruhe und Gelehrsamkeit, sondern bietet auch Raum für Methodentrainings, Mediationen und Besprechungen. Aber vor allem ist sie ein Platz, an dem das Lesen im Zentrum steht – also dort, wo es hingehört.

In der zweiten Ausgabe der “KIGA-Times” veröffentlichten Angsar Fellendorf und Martin Heidinger folgenden Text über die Bibliothekarinnen unserer Schule:

Worte über Orte. Ort des Wortes

Dieses Schuljahr übernahm das Frauen-Power Professorenteam Schober- Kober, liebevolle Kurzfassung SchoKo-Team, nicht die Schokoladenfabrik, sondern unsere Bibliothek. Im Interview mit der KiGa- Times plauderten sie über Vergangenes, Gegenwärtiges, und Zukunftspläne.

Unsere netten Bibliothekarinnen kommen beide aus der Steiermark, aus Schwanberg bzw. von der Ries, und machten schon früh Bekanntschaft mit der Kirchengasse. Prof. Scho lernte den Lehrerberuf als Unterrichtspraktikantin an unserer Schule kennen. “Die Kirchengasse wirkte sehr innovativ. Ich wollte eigentlich auch schon immer Lehrerin werden, immerhin komme ich aus einer Lehrerfamilie. Meine Cousine musste früher auch immer mit mir Schule spielen. Ich habe mir nie Sorgen gemacht, dass ich keinen Job bekomme.” Prof. Ko wollte als Kind Friseurin werden, arbeitete dann aber doch zunächst beim Land in der Kulturabteilung. “So habe ich viele wunderschöne Orte der Steiermark kennengelernt.” Ihr Probejahr schloss sie bei Prof. Schmut noch im alten Gebäude ab, seitdem besteht jedoch der Bezug zur Bibliothek. Auch ihre Kollegin freut sich über ihren neu dazugekommenen Aufgabenbereich; Bibliotheken stellen für sie ganz besondere Orte dar. Ihr Traum ist es, einmal eine eigene zweistöckige Lesestube mit Gallerie und gemütlichen Sesseln zu besitzen. Prof Ko nannte als größte Leidenschaft ihre Familie mit vier Kindern. Ihre Partnerin liebt das Reisen, Lesen, und die Natur.

Nun baten wir um eine Beschreibung unserer Bibliothek und fragten nach Zukunftsplänen. Ko: “Mir ist die Öffnung der Bibliothek wichtig, so dass nicht nur die Germanisten hier sitzen und den Raum nützen, sondern alle, auch die Naturwissenschaftler. Und die Kinder sollen sie als einen positiven Ort erleben, der Ruhe und Disziplin ausstrahlt.” Scho: “Die Bibliothek ist für alle da, Schüler und Lehrer.” Positiv erleben unsere Jung- Bibliothekarinnen, dass der Raum sowohl Arbeits-, als auch Leseort ist. Es werden oft auch Methodentrainings oder Seminare dort abgehalten. Scho: “Das ist an anderen Schulen überhaupt nicht so. Da liegt die Bibliothek im letzten Winkel. Ich sehe sie gerne als einen Ort des Sprechens und des Zuhörens.”

Auch was die Zukunft betrifft, hat sich das SchoKo-Team schon viele Gedanken gemacht. Auf MaturantInnen kommen verpflichtend vorwissenschaftliche Arbeiten zu. Dafür soll die Bibliothek aus- und aufgerüstet werden, und Nachschlagewerke in den einzelnen Fachrichtungen besorgt werden. Auch wir SchülerInnen können Bestell-Wünsche äußern, wenn wir denken, dass das Buch von allgemeinem Interesse ist. Wir erfuhren zudem, dass bereits zwei Recherche-Laptops bestellt sind. “Wir wollen auch unseren Arbeitsbereich, die Serviceinsel im Eingangsbereich, verändern und ansprechender gestalten.” Beide erwähnten lobend die Großzügigkeit und das offene Ohr des Direktors.

Natürlich geht es aber in einer Bibliothek in erster Linie um Bücher; deren Bestand wächst ständig, wobei alte Werke auch ausgemustert werden. Das SchoKo-Team hofft zudem noch mehr Hör- CDs und Filme anschaffen zu können. “Die erleben derzeit eine Renaissance.”

Auch über E-Books hat das Gespann schon diskutiert und sich informiert. Ko: “Ich glaube, das braucht eine gewisse Vorlaufzeit.” Es blieben noch viele Fragen offen- Wer kann sie anwenden? Wie verleiht man sie? Was ist für den Gebrauch wichtig?- und man müsse zuerst Erfahrungen damit machen und die Kosten bedenken. Im Hinterkopf gibt es jedoch grundsätzlich Gedanken über das Anschaffen von E-Books irgendwann.

Prof Ko hatte sich zwar innerlich auf unsere Frage nach ihrem Lieblingsbuch vorbereitet. “Mir war klar, dass ihr das fragen würdet.”, ihr fiel aber trotzdem keine Antwort dazu ein. “Ein Lieblingsbuch habe ich nicht, ich lese gerne Biographien. Die finde ich faszinierend.” Ihrem Gegenpart gefallen ebenfalls Bücher, die “Menschen in den Vordergrund stellen.” Sie liest aber auch gerne Lyrik, moderne Krimis, und Fachzeitschriften (Psychologie heute, Medizin populär.) “Gesundheit ist ein Thema, das mich sehr interessiert.”

Beide sehen bei der Jugend das Lesevergnügen vorhanden, sind sich aber auch einig, dass noch mehr getan werden muss. Ko: “Wir sehen es als unsere Aufgabe die Schülerinnen und Schüler zum Lesen zu motivieren und einzuladen hereinzukommen. Die Kleinen motiviert man super durch Wettbewerbe. Zum Beispiel die “WettenDass”- Idee. Der Lehrer wettet mit seiner Klasse um Buchseiten. In einer 2. und einer 3. Klasse haben wir in einem Halbjahr so mehr als 30,000 Seiten gelesen! Der Ehrgeiz war erwacht.” Beide Frauen sehen eine positive Entwicklung vor allem bei den Jüngeren der Unterstufe. Diese kommen oft in der Pause oder gar vor der Schule um sich Bücher auszuborgen. Frau Prof Scho freut es besonders, wenn ein Buch eine gewisse Eigendynamik unter Schülern entwickelt und in deren Munde ist.

Das SchoKo- Team möchte sich auch herzlich bei ihrem “Schoko- Engel” Iris Schummer aus der 7a- Klasse bedanken! Freiwillig ist sie überall, wo eine helfende Hand gebraucht wird.

Wir fragten die Germanistinnen, ob eigene Werke in SchoKo-Laden auf ihr großes Auftreten warten. Beide bemängelten, dass ihnen zu wenig Zeit bliebe zum Texte- Verfassen. Ko: “Früher habe ich viel geschrieben, und u.a. auch die Maturaballrede gehalten. Heute bekomme ich Lust zu schreiben, wenn ich Texte korrigiere. Wie hätte ich das formuliert?” Die Bibliothekarinnen schrieben auch Tagebücher, welche sie nun als amüsant und bereichernd sehen. Prof Scho hegt schon lange einen regen E-Mail Wechsel mit zwei Germanisten-Freunden. Interessanterweise dachte sie schon über eine Veröffentlichung eines E-Mailromans nach bevor “Gut gegen Nordwind” erschien.

Spaß macht die Arbeit ihnen beiden. Was besonders? Scho: “Das bunte Schulleben. Die Abwechslung.” Ko: “Das Jungbleiben mit jungen Menschen. Ich gewinne viel von ihnen.”

Die SchoKo Schokoladenseiten sehen sie in dem Kollektivhumor, der Menschenfreundlichkeit, und ihrem Bemühen um die Jugend. Wir können dem nur zustimmen und raten jedem der Bibliothek einen Besuch abzustatten und vielleicht in dem einen oder anderen Buch zu schmökern.

Fakten: Bestand: 7,000 Exemplare. Ausleihdauer: 4 Wochen. Öffnungszeiten: jede große Pause u. Stundenplan hängt vor Bibliothek aus. Bestellungen sind möglich und erwünscht.